Das Kronprinzenspiel

Geschichte des deutschen Fußballs

Bild: Toni Reiff, Vrancken, Schäfer, Cl. Pauly, Alph. Falckenberg, Esch, Bauwens, Hoitz, Alb. Pauly, Schmidt, Raffenberg, Heyden

"Das Kronprinzenspiel"

Seit Mitte der 90er Jahre des 1800 Jahrhunderts der bekannte süddeutsche Fußballpionier und Journalist Walter Bensemann eine kombinierte süddeutsche Mannschaft nach Paris gebracht hatte, war der noch nicht erweckte Spielverkehr zwischen Deutschland und Frankreich schon wieder eingeschlafen. Da schreckte am 28. Oktober 1904 ein Telegramm den KFC regelrecht auf.

Absender:   Racing Club de France in Paris, zugleich Meister von Frankreich

 

Inhalt:          Aufforderung zu einem Spiel in Paris am 1. November, also schon drei Tage später!

 

 

Eiligst wurden Vorstand und die Spieler der 1. Mannschaft zusammengerufen und nach kurzer Beratung wagte eine Expedition von 19 Köpfen die Reise. Die Zurückgebliebenen fieberten am Abend des 1. November einer telegrafischen Nachricht entgegen.

Wie mochte ihr Verein, der nunmehr als erster überhaupt nach Paris und Frankreich eingeladen worden war, abgeschnitten haben? In die Spannung platzte plötzlich die Kunde: Der KFC hat Racing Paris 3:2 besiegt. Jubel über Jubel. In den nächsten Tagen wurde jede greifbare französische Zeitung besorgt. Alle Gazetten berichten vom guten Eindruck und dem fairen Spiel der deutschen Mannschaft.

Aber es taten sich noch andere, etwas geheimnisvoll anmutende Dinge: Gleich nach der Rückkehr aus Paris erschien bei dem Vorsitzenden Vrancken ein Offizier der Polizeibehörde und erkundigte sich angelegentlich nach den Verhältnissen des Vereins. Die geheimnisvolle Vorbereitung lüftete sich am 4. November  1904, als dem KFC folgendes Telegramm zuging:

 

Seine Kaiserliche und Königliche

Hoheit, der Kronprinz, läßt den

Kölner Fußballclub 1899 zu feinen

Jüngsten Erfolgen in Paris beglück-

wünschen. Von Trotha

Hofmarschall


Es war die erste öffentliche Anerkennung, die aus allerhöchsten Kreisen dem deutschen Fußballsport zuteil geworden, das erste Zeichen eines Interesses, das später in der Stiftung des Kronprinzenpokales Ausdruck fand.

Dieses Telegramm ist eines der wertvollsten Dokumente der deutschen Fußballgeschichte, es ist zugleich ein Ruhmesblatt des Vereins.

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